Minna von Barnhelm

Von G. E. Lessing

Die Zeiten sind unsicher, seit der Krieg vorbei ist. Niemand traut
dem Frieden, niemand wagt es, sich in ihm einzurichten. In tiefer Verwirrung steckt auch Major von Tellheim - man wirft ihm Bestechlichkeit und Hochverrat vor, jetzt wartet er, durch sein Ehrenwort gebunden auf sein Gerichtsverfahren. Währenddessen hat sich seine Verlobte Minna von Barnhelm auf die Suche nach ihm gemacht und kehrt zufällig in dem selben Gasthaus ein, in dem auch Tellheim untergekommen ist. Doch vieles hat sich geändert, seit die beiden sich das letzte mal gesehen haben.

Lessings "Minna" spielt nach einem langen Krieg, und auch in dieser Inszenierung ist der unsichere Friede der Nährboden der Handlung und der Figuren. Was hat der Krieg mit den Männern gemacht? Warum wünschen sie sich ihn zurück? Kann man mit den Regeln des Krieges im Frieden überleben? Wie können die Frauen mit ihren verheerten Männern umgehen? Lohnt es sich, die sicher verstauten Habseligkeiten wieder hervorzuholen? Soldatenglück oder Soldatenstück? Und was ist in all den Umzugskartons?

Neben den komödiantischen Aspekten, steht der Konflikt zwischen Minna und Tellheim im Mittelpunkt. Während er sich am Abgrund wähnt und sogar seine Liebe zu ihr aufgeben will, um sie nicht mit sich hinab zu ziehen, versucht sie, ihn an das zu erinnern, was einmal zwischen ihnen war, nun aber unter den Trümmern seines männlichen Stolzes und seines gesellschaftlichen Ansehens begraben liegt. Dabei wendet Minna Humor, Liebe und schließlich List an, droht aber selbst zu scheitern, da sie Tellheims zugrundeliegenden Konflikt nicht versteht. Je länger sie sich vergeblich an ihm abarbeitet, desto verfahrener wird die Situation.

Aufführungen:
25.1./ 26.1./ 27.1. 2008
jeweils 20 Uhr
in der Schille, Otto-Schill-Str.7, Leipzig
Karten unter kartenfuerminna@aol.de oder an der Abendkasse

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