SOLIDARITÄT AUS BAYREUTH UND MÜNCHEN

"Zur Causa Leipzig!:

Das Institut für Theaterwissenschaft der LMU München protestiert in aller Schärfe gegen die angekündigte Schließung des theaterwissenschaftlichen Instituts der Universität Leipzig. Dieser drakonische Schritt lässt sich weder wissenschaftlich noch hochschulpolitisch rechtfertigen. Es handelt sich um ein stark nachgefragtes Fach, das an einem forschungsaktiven und international hervorragend vernetzten Institut angeboten wird, das darüber hinaus das einzige Institut für Theaterwissenschaft in den neuen Bundesländern ist. Dass die Sparmaßnahmen ausgerechnet ein großes und lebendiges, in der Stadt exzellent verankertes Fach treffen, ist vollkommen unbegreiflich. Die Hochschulleitung in Leipzig scheint sich die Mühe ersparen zu wollen, Sparpotentiale in einer Vielzahl von Fächern zu identifizieren. Dieser Schritt zeugt von Kurzsichtigkeit und Unüberlegtheit. Es ist bezeichnend, dass sich der Senat der Universität Leipzig von diesem Schritt in aller Deutlichkeit distanziert. Dieser Beschluss muss unverzüglich zurückgenommen werden.

Prof. Dr. Christopher Balme
Leiter des Instituts für Theaterwissenschaft an der LMU München"


(gefunden bei: Facebook, https://www.facebook.com/pages/Fachschaft-Theaterwissenschaft-Dramaturgie-LMU/139005889486836)



"Leipziger Theaterwissenschaft bedroht
Mit Bestürzung nehmen Studierende und Kollegen der Theaterwissenschaft Bayreuth die Pläne zum Stellenabbau in der Leipziger Theaterwissenschaft wahr. Wir teilen die Sorge der Leipziger KollegInnen, dass diese unbegründete Sparmaßnahme mittelfristig das Aus der Leipziger Theaterwissenschaft bedeutet. Dieser Beschluss erscheint formal und inhaltlich völlig unausgewogen. Wir schließen uns der Forderung des Leipziger Institutsvorstandes an, den Kürzungsbeschluss umgehend zurückzunehmen. Dafür gibt es nach unser Einschätzung fünf strukturelle Gründe:
1.) Es gibt an den bundesdeutschen Universitäten 19 W2/W3 Professuren für Theaterwissenschaft. Wenn vier davon entfallen, entspricht das 20% der Professorenschaft. Das ist unverhältnismäßig.
2.) Ein Studiengang mit konstant mehr als 200 Studierenden im BA kann nicht als klein gelten.
3.) Leipzig ist ein idealer theaterwissenschaftlicher Forschungsstandort. Zahlreiche Bühnen und Festivals, die Hochschule für Musik und Theater und das Tanzarchiv sind dort versammelt. Dieser Standort würde nachhaltig geschwächt.
4.) Leipzig zieht gut ausgebildete Fachkräfte mit Familien an, der Zuzug 'boomt'. Das hat nicht zuletzt auch mit dem kulturellen Angebot zu tun. Kultur benötigt allerdings Ausbildungsstätten sowie Lehr- und Forschungseinrichtungen. Dazu zählt insbesondere die Theaterwissenschaft.
5.) Die Studierenden in Leipzig bringen es in ihrer Presseerklärung auf den Punkt: Welche Art des Studiums ist in Zukunft sinnvoll? Studierende der Kultur- und Geisteswissenschaft sind in der Lage, komplexe Probleme zu analysieren und zu lösen. Zudem sind sie hoch motiviert. Nicht zuletzt deshalb finden sie den Weg ins Berufsleben. Es besteht kein Grund, diese Art des Studiums abzuschaffen.
Es stellt sich erneut eine bildungspolitische Frage: Vertraut man weiterhin auf nachweislich geschult ausgebildete Techniker, Juristen und Betriebswirtschaftler allein, um komplexe gesellschaftliche Probleme der Zukunft anzugehen?
Solange überzeugende Antworten auf diese Fragen nicht in Sicht sind, muss der Streichungsbeschluss zurückgenommen werden, denn er verursacht langfristig mehr Kosten als Nutzen.

Professur für Theaterwissenschaft Prof. Dr.Wolf Dieter Ernst · Impressum  "




DANKE FÜR DIE UNTERSTÜTZUNG!!!

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