THESEN GEGEN DIE STELLENSTREICHUNG UND SCHLIESSUNG
des Instituts für Theaterwissenschaft Leipzig

1. Theaterwissenschaft muss bleiben, weil die Universität Leipzig mit der Schließung ein unersetzbar wichtiges geisteswissenschaftliches Fach verlieren würde. Die Auseinandersetzung mit ästhetisch-künstlerischen Thematiken und die Kontextualisierung in gesellschaftliche, politische und soziale Fragestellungen zeichnen das gesamtgesellschaftliche Potential der Lehre hier in Leipzig aus.

2. Theaterwissenschaft muss bleiben, weil das Institut ein sowohl theoretisches und praktisches, als auch deutlich differenzierbares Studienkonzept anbietet. Es zeichnet sich durch hervorragende Lehre und Forschung aus.

3. Theaterwissenschaft muss bleiben, weil hier in Leipzig ein erweiterter Theaterbegriff ausgebildet wird, der Theater und theatrale Phänomene in all ihren Ausprägungen in Geschichte und Gegenwart umfasst, die nur im Zusammenspiel mit anderen Künsten, Medien und kulturellen Systemen angemessen reflektiert werden können. Die Beiträge des Leipziger Instituts zu eben jenem Theaterbegriff bilden ein nicht wegzudenkendes Engagement in der deutschlandweiten Hochschullandschaft.

4. Theaterwissenschaft muss bleiben, weil das facettenreiche Studium die Interdisziplinarität und den internationalen Austausch ermöglicht und fördert.

5. Theaterwissenschaft muss bleiben, weil hier in Leipzig Menschen ausgebildet werden, die kritisches Denken und Reflexion gesamtgesellschaftlicher Vorgänge ausprägen und selbst fordern.

6. Theaterwissenschaft muss bleiben, weil das Institut an der Universität sowohl als Kernfach, als auch im Wahlbereich sehr stark nachgefragt ist und sich das Studienangebot durch eine breite Aufstellung kennzeichnet.

7. Theaterwissenschaft muss bleiben, weil das Leitbild einer Volluniversität mit dem willkürlichen Abtöten von kleinen Instituten unglaubwürdig und nicht mehr tragbar ist.

8. Theaterwissenschaft muss bleiben, weil eine Schließung unseres Instituts langfristig das Zusammenbrechen der kleineren, kunst- und geisteswissenschaftlichen Fächer an der Universität bedeutet.

9. Theaterwissenschaft muss bleiben, weil wir das einzige Institut für die Erforschung und Vermittlung des Bereiches der Theaterwissenschaft in Ostdeutschland darstellen.

10. Theaterwissenschaft muss bleiben, weil die Auswirkungen unserer Studierenden und bereits Absolvierten auf das städtische Leben der Kunst- und Kulturstadt Leipzig enorm groß ist. So profitieren sowohl die Freie Theaterszene, als auch etliche Kunst- und Kultureinrichtungen von dieser Energie und Kreativität.
29. JANUAR , VOLLVERSAMMLUNG, Ritterstraße 16
DER FACHSCHAFTSRAT THEATERWISSENSCHAFT LEIPZIG

Keine Kommentare: